Samstag, 4. August 2007

Meiji Shrine

Samstag morgen, bestes Wetter im sonnigen Tokyo. Strahlend blauer Himmel, 30 Grad im Schatten und kein bisschen Wind. Entweder bleibt man in der durchklimatisierten Wohnung, geht schwimmen oder sucht sich etwas mit Schatten; so in meinem Fall geschehen.

Ziel fuer diesen Samstag war der Yoyogi-Park einschliesslich dem darin befindlichen Meiji Shrine. Dazu ersteinmal die JR-Station Harajuku angesteuert. Eine nette kleine Station, bis an beide Seiten gefuellt mit Menschen. Anscheind war ich nicht der einzige mit dem Gedanken hier her zukommen...
Draussen gab es dann gleich etwas fuer Augen und Ohren: Eine huebsche Saengerin im blauen Kimono mit Guitarre. Einmal davon losgerissen, ging es ueber eine kurze, aber breite Bruecke zum Eingang des Yoyogi-Parks. Auf der Bruecke selbst sassen ein dutzend jugendliche Cosplayer, gestylt wie die beruehmtesten Anime-Figuren. Einige hatten auch ein Schild dabei „Hugs for free !“. Als mir auffiel, dass das Wesen im Rock mit der blonden Langhaar-Perruecke aber ein Kerl war, bin ich spontan direkt weiter zum Park gelaufen.

Der Park beginnt mit einem imposanten Holztor (Torii), welches in kleineren Formen immer wieder die Wege des Parks ueberspannt. Durch den Park und seine Fauna fuehren breite Wanderwege, die meisten von ihnen laufen dann am Shrine selbst im Inneren das Parks zusammen. Die Baeume spenden einem genug Schatten, um die Hitze zu vergessen und an kleinen Fluesschen kann man kuehle Luftzuege erhaschen. Am Rand der Wege gibt es immer wieder Sitzmoeglichkeiten, sollte man sich ausruhen oder einfach nur der Atmosphaere lauschen wollen.
Bevor man den Shrine an sich betritt, kann man das Ritual der Reinung (Harai) an einem extra dafuer vorgesehenen Brunnen durchfuehren. Es gilt, mit dem geschoepften Wasser erst abwechselnd die Haende, dann den Mund und anschliessend die Schoepfschale zu reinigen. Das Wasser selbst ist dabei herrlich erfrischend. Eine genaue Anleitung haengt ueber dem Brunnen auch auf Englisch (was ich aber zu spaet gesehen habe ...).
Danach betritt man erneut durch ein Torii den Shrine und gelangt zum Vorhof. Auf ihm stehen zwei stattliche Baeume, an denen kleine Gebetstafeln (Ema) haengen. Meine neuerdings auch :)
Gegenueber dem Eingang, auf der anderen Seite des Platzes, befindet sich dann eine Art Gebetspodest. Holzkisten dienen zum Auffangen von Spenden, die man in das Gebet einbindet. Zuerst oder am Schluss schmeisst man einen kleineren Betrag (100 Yen bspw.) in die Kiste, verbeugt sich vor dem eigentlichen Schrein zwei mal, der vor einem durch eine Absperrung getrennt zu sehen ist, klatscht zwei Mal in die Haende (damit die Kami auch zuhoeren), verbeugt sich ein letztes Mal und beginnt dann zu beten. Um was genau man bittet bleibt jedem dabei selbst ueberlassen.
Im Meiji Shrine gibt es keine oft bekannte Glocke, die man dabei noch laeutet. Vielleicht finde ich ja an einem anderen Shrine noch eine.

Fernab des Betens kann man auch Talismane oder Pfeile erwerben, die einem Glueck bringen oder vor boesen Daemonen schuetzen sollen. Auch ist der Schrein-Schatz (komisches Wort, Shrine-Treasures klingt besser) zu bestimmten Zeiten fuer Besucher zugaenglich. Anscheinend kam ich ausserhalb der Oeffnungszeiten, aber ich bin ja noch eine Weile hier ^^
Mit etwas Glueck sieht man im Schrein auch einige der Miko in ihren prachtvollen Kimonos. Mir selbst sind zwei begegnet, leider nur kurz.

Hat man genug gesehen, kann man sich im Restaurant im Herzen des Parks noch niederlassen oder auf anderen Wegen wieder einen der Ausgaenge aufsuchen.
Ich bin zwar andere Wege gelaufen, letzendlich aber wieder am selben Ausgang raus gekommen. Zumindest waren die Cosplayer da auch, was das Zurechtfinden erleichtert hat !

Fazit des Ausfluges: Kurz vor Ende werde ich nocheinmal vorbei schauen, vielleicht faerben sich ja die ein oder anderen Blaetter und der Parkt wirkt noch imposanter. Und eventuell steht dann ja auch mal eine weibliche Cosplayerin mit einem Schild da ;)
Auf jeden Fall also einen Besuch wert !


 

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